Kulinarische Haltestellen der Eisenbahn

wochenblatt.pl 1 godzina temu
Zdjęcie: Mielone


Eisenbahn und Gastronomie scheinen einst wie heute eng miteinander verbunden zu sein. Mit der Gründung der privaten Oberschlesischen Eisenbahn (OSE), deren Ziel es war, Breslau mit Oberschlesien zu verbinden, war von Anfang an eines klar: Fernreisen verlangten nach einer passenden Infrastruktur. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die schlesischen Eisenbahnverbindungen sprichwörtlich wie Pilze nach dem Regen. Neue Bahnhöfe entstanden, und mit ihnen Wartesäle sowie kleinere oder größere gastronomische Einrichtungen.

Die neoklassizistische wie auch die moderne Architektur beeindruckte durch ihren repräsentativen Anspruch. Ebenso viel Aufmerksamkeit widmete man der Innenausstattung, bei der auf jedes Detail Wert gelegt wurde. Davon zeugen alte Fotografien und Postkarten, die nicht nur feierliche Ereignisse wie die Eröffnung eines Bahnhofs dokumentieren, sondern auch den ganz alltäglichen Bahnhofsbetrieb.

Breslau und Oppeln – Bahnhöfe im Wandel

Das älteste noch bestehende Bahnhofsgebäude ist der Breslauer Oberschlesische Bahnhof aus dem Jahr 1842. Von hier führte die erste Eisenbahnlinie zunächst nach Ohlau, weiter nach Oppeln und schließlich in weitere Städte Oberschlesiens. Im Gebäude des Breslauer Oberschlesischen Bahnhofs standen den Reisenden nach Klassen getrennte Wartesäle sowie ein Restaurant zur Verfügung. Bald erwies sich jedoch, dass der Bau den wachsenden Bedürfnissen der Stadt nicht mehr genügte, und man entschied sich, unmittelbar daneben den heutigen Hauptbahnhof zu errichten. Die ursprünglichen Gebäude verfallen heute zusehends und stehen in scharfem Kontrast zum revitalisierten Ensemble der historischen Hallen des Breslauer Hauptbahnhofs.

„Zwischen dem Unterwegssein und dem Hunger besteht eine fast magische Verbindung.“

Noch weniger Glück hatte der Bahnhof der Oberschlesischen Eisenbahn in Oppeln – er existiert heute nicht mehr. Einst jedoch befanden sich auch hier ein Wartesaal und eine Bahnhofsgaststätte. Die Bahnhofswirtschaft lockte nicht nur Reisende, sondern auch Einwohner in ihre bequem eingerichteten Räume. Angeboten wurden eine abwechslungsreiche Speise- und Weinkarte sowie Bier von guter Qualität, insbesondere aus den Münchener Brauereien Paulaner und Salvator. Der Inhaber Max Langer schaltete Anzeigen im Oppelner Heimat-Kalender für Stadt und Land (1938) sowie in der regionalen Presse, unter anderem in der Ostdeutschen Morgenpost. Vermutlich führte er das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau, worauf gemeinsam veröffentlichte Neujahrsgrüße an Gäste, Freunde und Bekannte hinweisen.

SDB Oppelner Heimat-Kalender für Stadt und Land, 1938
Quelle: Śląska Biblioteka Cyfrowa/Schlesische Digitalbibliothek

Reisehunger und Fleischbrötchen

Denkt man über die Speisen nach, die an den Bahnhöfen serviert wurden, so dürften sich darunter sowohl schnelle Gerichte wie Spiegeleier, Wurst mit angeschmortem Kraut oder heiße Suppen befunden haben als auch Speisen, für die man etwas Geduld mitbringen musste. Dazu zählten Braten oder die etwas rascher zubereiteten Fleischbrötchen.

SDB Ostdeutsche Morgenpost, 1935_37
Quelle: Śląska Biblioteka Cyfrowa/Schlesische Digitalbibliothek

Letztere verbinde ich seit meiner Kindheit mit dem Reisen. Zwischen dem Unterwegssein und dem Appetit scheint es eine beinahe magische Beziehung zu geben. Selbst wenn man das Haus mit gut gefülltem Magen verlässt, stellt sich unterwegs plötzlich das Verlangen ein, doch noch etwas zu essen. Ein saftiges Fleischbrötchen, dazu Brot oder Kartoffeln und Sauergurken – das wäre die ideale Lösung gewesen. Früher wie heute. Unverändert.

Fleischbrötchen – Rezept

Zutaten:
375–500 g gewiegtes Fleisch (halb Rind-, halb Schweinefleisch)
1 alte Semmel
1 Esslöffel Butter
1 Teelöffel Zwiebelwürfel
1 Ei
1 Teelöffel Salz
1 Prise Pfeffer
50–60 g Butter oder Schweinefett

Zubereitung:
Die geweichte und gut ausgedrückte Semmel kann mit Zwiebelwürfeln und Fett auf dem Herd abgerührt werden. Nach dem Abkühlen wird die Masse mit dem Fleisch, dem Ei und den Gewürzen vermischt; alternativ können alle Zutaten kalt vermengt werden. Aus der Masse formt man 6–8 Klopse, drückt sie flach und brät sie in gebräunter Butter oder heißem Schweinefett etwa 10–12 Minuten unter einmaligem Wenden.
Die Klopse können vor dem Braten in geriebener Semmel gewendet werden. Für Fleischteige empfiehlt es sich, das Fleisch selbst zu wolfen.

Idź do oryginalnego materiału